Mit möglichst kleinem organisatorischem Aufwand etwas Leben und Ordnung in die damals richtungslose Flumser Strassenfasnacht zu bringen, das war das Ziel der fünfzehn wackeren Mannen und die Gründung der „Schwarzen Engel“. Heute machen über sechzig Männlein und Weiblein unter dem Namen „Schwarze Engel „ Fasnacht in Flums.
Aber blenden wir zurück. In der Schreinerei von Franz Gantner, geheizt vom Leimofen, eine Handorgel, Bass und Trompete. So konnte der Marschschritt geübt werden. Die andern Instrumente wurden aus Karton hergestellt. Auch Ansprachen und Reden wurden vorbereitet und so konnte am 28. Februar 1954 in Frack, Zylinder und schwarzen Hosen hinter einem Lautsprecherwagen durchs Dorf gezogen und die ersten Platzkonzerte zur Freude der Flumser Bevölkerung gegeben werden. Daneben wurde in einfachen Huttlen und Holzlarven butznet, wie früher.
1955 Motto: Die * Schwarzen Engel“ helfen dem Kindergarten. Auch dieser schöne Brauch ist inzwischen fünfzig Jahre alt. Mit 50 Rappen war man dabei, beim bestimmen des Alters von Clown Carlo. Als Preis gab es unter anderem eine Riesenwurst im Wert von über Fr. 15.--. So konnte dem Kindergarten die schöne Summe von Fr. 200.-- übergeben werden.
1956 Der Birnbaum auf dem Postplatz wurde am Fasnachtssonntag mit behördlichem Segen gefällt und gleichen Tags eine vier Meter hohe Justitia mit Wage in der Hand auf dem Postplatz aufgestellt und erst wieder an Ostern entfernt.
1956 war nach Jahren der Streitereien und Gerichtssachen die Geburt der „ D Hächlä „ Damals schon ausverkaufte Auflage von 400 Ex.
1957 Als Neger verkleidet und mit Blechtrommel ausgerüstet wurde das 66 Kg schwere, extra für die Fasnacht gemästete Schwein gesotten, zerlegt und stückweise an die zahlreichen Zuschauer verscherbelt. Wie es heute noch üblich ist, wurden damals schon an die Kinder Wurst und Brot gratis abgegeben. Auch wurden wie bis anhin Abzeichen aus Blei gegossen oder Holzlärvli verkauft Auch die zweite Auflage der „ Hächlä „ fand wieder reissender Absatz.
1958 bis 1966 Strassenfasnacht, aufstellen des Freiheitsbaumes und dann der Hühnermann. Nach dem rupfen der Henne vor der Haustüre des Opfers gab es dann eine vorzügliche Hennensuppe und Gaudi bei den Gastgeber.
1967 Tüfel, Wyber mit Kinderwagen und Butzi butzneten am Umzug in Baar und Flums, was das Zeug hielt. Das „ Goldene Kalb „ ein aus Blech hergestelltes Kalb, gelb angemalt, das durch drehen einer Kurbel am Kopf des Tieres hinten eine Bratmasse in den mitgeführten Waschhafen fallen liess, Diese Würstchen wurden dann im Wasserbad erhitzt und mundeten den Zuschauer ausgezeichnet.
1968 Unfreiwillige Räumung des Schulhauses, das erste und letzte Mal musste der Schulbank am Fasnachtsmontag von den Kindern gedrückt werden, dank der „ Schwarzen Engel „. Seither ist der Fasnachtsmontag fest in Butzihänden
Butznen, in Holzlarven, ein Brauchtum in Flums, der wohl auch dank den „ Schwarzen Engel „ Chrüterwyber und der Tüfel zur Erhaltung des fasnächtlichen Brauchtums in Flums sehr viel beigetragen hat und heute nicht mehr wegzudenken ist.
So begann auch für die „ Schwarzen Engel „ eine wahre Blütezeit und hoffen wir, dass es so bleiben wird.
Ich, als amtierender Hofnarr wünsche den „ Schwarzen Engel „ für die nächsten fünfzig Jahre „ ä guäti Hächlä „ und noch viele närrische Tage und Nächte mit butznen und der Hofnarrenmusik.
Hofnarr Maximilian I.
Chronik 40 Jahre Schwarze Engel 1954 - 1994
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Aktualisiert:
18.12.10
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